Technischer Defekt sorgt für Hotelbrand
"Nach der Halbzeitpause brannte alles lichterloh"

|26.04.2008|
   
 

Von Tom Koch (Volksstimme)
Ein Kurzschluss an einem Kabel ist wahrscheinlich die Ursache für den Hotelbrand am Donnerstagabend. Die Flammen breiteten sich von der Fassade am " Harzer Kultur- und Kongresshotel " bis zum Dachgeschoss aus. 132 Hotelgäste wurden vorsorglich evakuiert. Sie und die Mitarbeiter des Hauses blieben unverletzt. Der Sachschaden beträgt rund 200 000 Euro.

Wernigerode. Die Halbzeitpause im Spiel Bayern gegen Petersburg ist gerade vorbei. Einige Hotelgäste wollen am Donnerstagabend sogar noch Bier bestellen. " Wir mussten mit etwas mehr Nachdruck auf den Feueralarm hinweisen und alle Gäste evakuieren. Die Fassade am Westgiebel hat zu dieser Zeit, es war so 21. 45 Uhr, schon lichterloh gebrannt ", berichtet Tilo Müller-Letschert.
Für Direktor des Harzer Kultur- und Kongresshotels in der Pfarrstraße war es " der erste Brand in seiner Berufslaufbahn ". Man habe großes Glück gehabt : Zwei, drei Stunden später hätten gewiss alle Gäste geschlafen, wäre das Evakuieren aufwändiger gewesen. Obwohl dies regelmäßig geübt werde.

Zum Glück für die 132 Wernigerode-Besucher, um 0. 30 Uhr durften sie wieder ins Hotel. Überall auf dem Flur im 4. Stock beißender Geruch. Die wenigen betroffenen Gäste erhalten darum anderswo im Haus neue Zimmer. Vermutlich ein Kurzschluss an einem Elektrokabel hat das Feuer verur sacht. Die Holzverkleidung über der Betonfassade bietet den Flammen reichlich Nahrung. Teile des Dachstuhls werden durch den Brand auch beschädigt. Nach etwa einer Stunde ist es den insgesamt 71 Feuerwehrleuten gelungen, die Flammen zu löschen. Die Drehleitern aus Wernigerode und Blankenburg leisten gute Dienste. Die Polizei muss zahlreiche Gaffer vom Einsatzort fernhalten. Die Albert-Bartels- und Teile der Pfarrstraße müssen zeitweilig für den Verkehr gesperrt werden. Ein Brandsachverständiger sucht zwei Stunden lang nach der Feuerquelle.
Am Vormittag danach sind die Versicherung und die Eigentümer von " Berlin-Konzept " verständigt. Wären da nicht die Aufräumarbeiten, fast nichts deutet mehr auf den Brand hin.

Das Fazit von Feuerwehr-Einsatzleiter Torsten Breiting fällt durchweg positiv aus: Die fünf Wehren und alle übrigen Helfer hätten sehr gut zusammengearbeitet. Der Wernigeröder Wehrchef hat sich übrigens bis zum Alarm den Nachwuchsmodel-Wettstreit von Heidi Klum angeschaut.


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