Landkreis Wernigerode hat mit Sturmtief "Kyrill" zu kämpfen
|19.01.2007|
   
 

Von Burkhard Falkner, Edda Kremer, Tom Koch, Ingmar Mehlhose, Jens Müller Müller, Ivonne Sielaff und Regina Urbat

Eine Sturmböe riss dieses große Loch in die historische Stadtmauer oberhalb der Schäferstraße in Wernigerode. " Kyrill " hält den Harz in Atem. Die Böen knickten Bäume ab, ließen die Bäche zu reißenden Flüssen anschwellen. Die Kreisverwaltung entschied : Heute fahren keine Schulbusse, Lernpflicht außer Kraft gesetzt.


"So einen Sturm habe ich noch nicht erlebt ",

sagte Benjamin Kramer und zog die große Seilschnur des Zirkuszeltes am Dornbergsweg fester. ‘ Zig Mal war er gestern Mittag von Sicherungsseil zu Sicherungsseil gegangen. Während die einen noch sicherten, hatten andere mit Schäden zu kämpfen. Am schlimmsten betroffen : Der Oberharz. Die Straße von Wernigerode nach Schierke war seit Mittag dauernd gesperrt, weil umgestürzte Bäume sie blockierten. Das gleiche Bild bei Drei Annen Hohne, Elend und Elbingerode, Hüttenrode, im Trecktal und bei Stiege. Am Abend wurden 100 Bereitschaftspolizisten aus Magdeburg angefordert, um die Straßen zu sperren, denn die Verbotsschilder waren vom Sturm weggefegt worden.

" Mehr als Absperren können wir nicht, wir müssen weiter ",
sagte dann auch Peter Grüning von der Feuerwehr Wernigerode, als er mit seinen Kollegen zur Stadtmauer oberhalb der Schäferstraße in Wernigerode gerufen wurde. Ein riesiges Loch klaffte im historischen Mauerwerk. Nicht nur die Orkanböen, die mit 137 Sachen durch Wernigerode peitschten, setzten zu, sondern auch der Regen : Ob Holtemme, Zillierbach oder Steinerne Renne, alle Harzer Bäche wurden binnen Stunden zu reißenden Flüssen. Passanten blieben auf den Brücken stehen, gegen Nachmittag waren die Straßen aber wie leer gefegt. Wer konnte, nahm sich früher frei und verschanzte sich zu Hause.

Heute keine Schulpflicht
Die Rettungskräfte hatten sich vorbereitet, genügend Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter waren im Einsatz. Die Kreisverwaltung hatte einen Sonderstab eingerichtet. Die Schulen im Landkreis handelten vorausschauend : " sturmfrei ". Die meisten Schulen entließen ihre Schüler frühzeitig und sorgten mit Extrabussen dafür, dass die Kinder heil nach Hause kamen. Größte organisatorische Herausforderung bestand für die Marianne-Buggenhagen-Schule in Oehrenfeld. Für 110 körperbehinderte Mädchen und Jungen aus sechs Landkreisen musste der Transport in Windeseile organisiert werden. " Es verlief reibungslos ", so Schulleiter Dirk Clement erleichtert. Die Kreisverwaltung entschied, dass heute keine Schulbusse fahren. Unterrichtspfl icht besteht nicht, die Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihr Kind zur Schule schicken oder nicht.

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