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Von Burkhard
Falkner, Edda Kremer, Tom Koch, Ingmar Mehlhose, Jens Müller Müller,
Ivonne Sielaff und Regina Urbat
Eine Sturmböe riss dieses große Loch in die historische Stadtmauer
oberhalb der Schäferstraße in Wernigerode. " Kyrill "
hält den Harz in Atem. Die Böen knickten Bäume ab, ließen
die Bäche zu reißenden Flüssen anschwellen. Die Kreisverwaltung
entschied : Heute fahren keine Schulbusse, Lernpflicht außer Kraft
gesetzt.
"So einen Sturm habe ich noch nicht erlebt ",
sagte Benjamin Kramer und zog die große Seilschnur des Zirkuszeltes
am Dornbergsweg fester. Zig Mal war er gestern Mittag von Sicherungsseil
zu Sicherungsseil gegangen. Während die einen noch sicherten, hatten
andere mit Schäden zu kämpfen. Am schlimmsten betroffen : Der
Oberharz. Die Straße von Wernigerode nach Schierke war seit Mittag
dauernd gesperrt, weil umgestürzte Bäume sie blockierten. Das
gleiche Bild bei Drei Annen Hohne, Elend und Elbingerode, Hüttenrode,
im Trecktal und bei Stiege. Am Abend wurden 100 Bereitschaftspolizisten
aus Magdeburg angefordert, um die Straßen zu sperren, denn die Verbotsschilder
waren vom Sturm weggefegt worden.
"
Mehr als Absperren können wir nicht, wir müssen weiter ",
sagte dann auch Peter Grüning von der Feuerwehr Wernigerode, als
er mit seinen Kollegen zur Stadtmauer oberhalb der Schäferstraße
in Wernigerode gerufen wurde. Ein riesiges Loch klaffte im historischen
Mauerwerk. Nicht nur die Orkanböen, die mit 137 Sachen durch Wernigerode
peitschten, setzten zu, sondern auch der Regen : Ob Holtemme, Zillierbach
oder Steinerne Renne, alle Harzer Bäche wurden binnen Stunden zu
reißenden Flüssen. Passanten blieben auf den Brücken stehen,
gegen Nachmittag waren die Straßen aber wie leer gefegt. Wer konnte,
nahm sich früher frei und verschanzte sich zu Hause.
Heute
keine Schulpflicht
Die Rettungskräfte hatten sich vorbereitet, genügend Polizisten,
Feuerwehrleute und Sanitäter waren im Einsatz. Die Kreisverwaltung
hatte einen Sonderstab eingerichtet. Die Schulen im Landkreis handelten
vorausschauend : " sturmfrei ". Die meisten Schulen entließen
ihre Schüler frühzeitig und sorgten mit Extrabussen dafür,
dass die Kinder heil nach Hause kamen. Größte organisatorische
Herausforderung bestand für die Marianne-Buggenhagen-Schule in Oehrenfeld.
Für 110 körperbehinderte Mädchen und Jungen aus sechs Landkreisen
musste der Transport in Windeseile organisiert werden. " Es verlief
reibungslos ", so Schulleiter Dirk Clement erleichtert. Die Kreisverwaltung
entschied, dass heute keine Schulbusse fahren. Unterrichtspfl icht besteht
nicht, die Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihr Kind zur
Schule schicken oder nicht.
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