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Im
geeinten Harzkreis gibt es die erste große Panne: Feuerwehren
aus dem Nordharz kritisieren die Halberstädter Einsatzleitstelle.
Diese alarmiere falsch und nicht ausreichend, zudem werde tagelang nicht
auf Kritik reagiert. Nach einer gestrigen Krisensitzung im Kreis-Ordnungsdezernat
wurde eine schnelle Abhilfe versprochen.
Halberstadt
(Tom
Koch - Volksstimme)
Nur einen
Tag nach der Kritik von Feuerwehrleuten an der Einsatzleitstelle in
Halberstadt reagierte die Kreisverwaltung sofort
: Der Funkturm in Athenstedt wird technisch aufgerüstet. Mit stärkerem
Sender und höher angebrachter Antenne sollen Alarmierungspannen
bei den Feuerwehren künftig vermieden werden. Ein technischer Defekt,
so Brandschutz-Amtsleiter Georg Türke gestern Nachmittag, werde
derzeit als Ursache für die Probleme beim Wohnhausbrand in Reddeber
angenommen.
Am
Sonnabend war es der Halberstädter Leitstelle nicht gelungen, die Wehr
aus dem Ort zu alarmieren. Glücklicherweise konnte die Wernigeröder
Feuerwehr zum Löschen gerufen werden. Ingo Ge ricke, Chef des so genannten
Brand abschnittes, nennt es " unverantwortlich, dass die seit Tagen bekannten
technischen Probleme mit der Funkalarmierung nicht sofort behoben werden ".
Zudem kritisierte der Feuerwehrmann die Arbeitsweise innerhalb der Leitstelle.
Die strikte Aufgabentrennung dort zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr nennt
Gericke " gefährlich ".
Gerhard
Henze, Ordnungsamtschef in der Nordharzer Verwaltung, ist ebenfalls
nicht gut auf die Alarmierungszentrale
zu sprechen. In der Vorwoche wurde
von Halberstadt aus die Wasserlebener Wehr zu einem Verkehrsunfallmiteinemeingeklemmten
Insassen beordert, obwohl bekannt ist, dass zu ihrer Ausrüstung
keine Rettungsschere gehört. Über solch ein Hilfegerät
verfügt indes die Vecken stedter Feuerwehr, die nachträglich
alarmiert werden musste. Seine Forderung an die Leitstelle, künftig
anders zu alarmieren, blieb sechs Tage unbeantwortet. Da niemand bis
gestern auf seine Mails und Anrufe reagierte, schloss Henze nicht aus,
darüber die Staatsanwaltschaft zu informieren.
Damit tritt
erstmals zutage dass sich die technische und inhaltliche Herangehensweise
in
den Leitstellen von Wernigerode und Halberstadt stark
unterscheidet. In Wernigerode gab es ein Computerprogramm, das vor allem
die Belange der Feuerwehralarmierung steuerte, den Rettungsdienst zusätzlich
organisierte. In Halberstadt wurden in den Rechnern die Schwerpunkte
genau entgegengesetzt programmiert.
Besserung
ab August?
Da
rund 80 Prozent aller Einsätze in der Leitstelle vom Rettungsdienst
geleistet werden, auf den ersten Blick ein logischer Schritt. Nur, die
20 Prozent Feuerwehreinsätze erfordern im Ernstfall wegen einer
Vielzahl von zu alarmierenden und zu führenden ehrenamtlichen Feuerwehren
einen weitaus größeren Aufwand, heißt es aus Expertenkreisen.
Erschwerend
kommt hinzu, dass in Wernigerode alle Mitarbeiter in der Leitstelle
sowohl
im Rettungsdienst- als auch im Brandschutz ausgebildet
und somit für alle Einsätze zur Verfügung standen. In
der Halberstädter Leitstelle gibt es einen speziellen Feuerwehr-Arbeitsplatz,
der nur mit Mitarbeitern aus dem frühren Kreis Halberstadt besetzt
wird. Dass die Wasserlebener Wehr also über keine Rettungsschere
verfügt, konnte man in der Kreisstadt nicht wissen. Zumal das Wernigeröder
Computerprogramm, das bislang genau festlegte, in welchem Einsatzfall
welche Wehren zu rufen sind, frühestens Mitte August auch in Halberstadt
laufen soll.
Übrigens,
auch der fusionierte Rettungsdienst läuft nicht
ohne Panne: Ein Rettungswagen wurde nach Ilsenburg beordert, der Patient
wartete jedoch in Wernigerode, in der Ilsenburger Straße.
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