Bungalowbrand - Polizei ermittelt wegen Brandstiftung
|21.02.2007|
   
 

Der Schrecken sitzt den Brandopfern vom Eichenberg noch in den Gliedern.
Eine dreiköpfige Familie aus Wesel ( Niederrhein ) und ein junges Pärchen konnten sich gerade noch rechtzeitig vor den Flammen retten.
Die Polizei ermittelt seit gestern wegen Brandstiftung.

Von Ivonne Sielaff (Harzer Volksstimme)
Brandstiftung war die Ursache für das Feuer, das am Montagmorgen in einem Ferienbungalow am Eichenberg wütete. Das bestätigte jetzt die Polizei. "Einen technischen Defekt können wir inzwischen ausschließen", so Halberstadts Polizeidirektionssprecher Ullrich Wagner. In den nächsten Tagen sollen Zeugen vernommen werden. Mit einem endgültigen Ergebnis könne jedoch wohl erst in zwei Wochen gerechnet werden.

Die Opfer der Brandnacht haben derzeit andere Sorgen. Nur mit einer großen Portion Glück war es Horst Schuld, seiner Frau und seinem achtjährigen Sohn gelungen, rechtzeitig aus dem brennenden Bungalow zu fliehen. "Uns steckt der Schock noch in den Gliedern", sagte Horst Schuld der Harzer Volksstimme, nachdem er und seine Familie wieder wohlbehalten im Heimatort angekommen sind. " Sonst sieht man solche Szenen nur im Fernsehen. Aber das war real. "
Die Familie aus Wesel am Niederrhein wollte eigentlich dem Karneval entfl iehen und ein paar entspannte Tage in Blankenburg verbringen. Von Erholung sei leider nichts mehr zu spüren, denn die Erinnerungen an die Brandnacht sind noch frisch.

"Ich bin mitten in der Nacht wach geworden, weil ich meine Frau schreien hörte", erinnert sich der Weseler. "Im ersten Moment dachte ich an Einbrecher, doch dann sah ich das Feuer auf unserer Terrasse" Mit Wassereimern und Schüsseln versuchten die Schulds, die Flammen zunächst selbst zu löschen. " Doch wir hatten überhaupt keine Chance. "Das Feuer breitete sich in Windeseile bis zum Dachstuhl des Bungalows aus" Nur raus hier, sagte ich zu meiner Frau. Wir wickelten unseren Sohn in eine Decke und rannten zu unserem Auto. "In der Zwischenzeit hatten Nachbarn bereits die Feuerwehr gerufen. Noch am gleichen Morgen gegen fünf Uhr machte sich Familie Schuld auf den Rückweg nach Wesel. "Wir waren völlig fertig. An Schlaf war auch in einem Ausweichquartier nicht mehr zu denken. "Jetzt wollen die Schulds ihre letzte Nacht in Blankenburg so schnell wie möglich vergessen. "Aber das wird sicherlich noch einige Zeit dauern. "Gott sei Dank sind wir mit einem Riesenschrecken davon gekommen", so Horst Schuld. "Man darf sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn meine Frau nicht aufgewacht wäre. Wir hatten wohl tausend Schutzengel."

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