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Aufregung
gestern Mittag in Wernigerodes Altstadt.
Ein Großbrand vernichtet die Existenz von Familien. Für Feuerwehr
und Polizei ist es ein extrem schwerer Einsatz.
Von
Regina Urbat
Dicke Qualmwolken über Wernigerodes Innenstadt. Beißender Geruch.
Es brennt. Aufgeregt versucht der Restaurantbetreiber in der Burgstraße
55 zu retten, was noch zu retten ist. Seine Frau und das gerade vor wenigen
Tagen geborene Kind weiß er in Sicherheit, die Tochter ist in der
Schule. Ein Angestellter hat die Mutter und das Neugeborene in Obhut genommen,
er weint : " Wir werden zu Freunden fahren, alles ist kaputt. "
So wie die vietnamesische Familie sind gestern zwei weitere Familien innerhalb
weniger Stunden obdachlos geworden. Zahlreiche Augenzeugen verfolgen das
Geschehen.
Hilflos müssen sie mit ansehen, wie die drei Fachwerkgebäude
Opfer der Flammen werden. " Sie hatten alles so liebevoll saniert
", solche und andere mitfühlenden Worte unterbrechen immer wieder
das Schweigen.
Das
Geschehen lässt sich kaum in Worte fassen. " Es ist einfach
nur tragisch ", sagt Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann. Er lässt
seine Arbeit im Rathaus Arbeit sein und eilt zur Unglücksstelle.
Derweil haben Feuerwehr und Polizei die Lage fest im Griff. " Ich
bin zuversichtlich, dass wir das Übergreifen der Flammen auf weitere
Häuser verhindern ", schätzt Ingo Gericke ein. Gemeinsam
mit Torsten Breiting teilt sich der Schmatzfelder die Einsatzleitung.
Die Feuerwehrexperten sprechen von einem extrem schwierigen Einsatz. Enge,
überbaute Höfe und eine Witterung, die ein schnelles Ausbreiten
des Brandes in dem Gebäudekomplex Burgstraße 53 / 55 noch fördert.
" Es ist frostig kalt, windstill wie im Kamin fressen sich
Flammen und heißer Rauch hoch bis in den Dachstuhl ", erläutert
Gericke. Eine Tasse Tee wird ihm von einer Frau gereicht. Sie und andere
Anwohner haben spontan die Versorgung mit Heißem organisiert. Dankend
nehmen die Kameraden an, sie leiden ebenso unter der klirrenden Kälte.
Quelle: Volksstimme
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