Großbrand in Wernigerode -
Experten sprechen von einem schwierigem Brandeinsatz
|24.01.06|
   
 

Aufregung gestern Mittag in Wernigerodes Altstadt.
Ein Großbrand vernichtet die Existenz von Familien. Für Feuerwehr und Polizei ist es ein extrem schwerer Einsatz.

Von Regina Urbat
Dicke Qualmwolken über Wernigerodes Innenstadt. Beißender Geruch. Es brennt. Aufgeregt versucht der Restaurantbetreiber in der Burgstraße 55 zu retten, was noch zu retten ist. Seine Frau und das gerade vor wenigen Tagen geborene Kind weiß er in Sicherheit, die Tochter ist in der Schule. Ein Angestellter hat die Mutter und das Neugeborene in Obhut genommen, er weint : " Wir werden zu Freunden fahren, alles ist kaputt. " So wie die vietnamesische Familie sind gestern zwei weitere Familien innerhalb weniger Stunden obdachlos geworden. Zahlreiche Augenzeugen verfolgen das Geschehen.
Hilflos müssen sie mit ansehen, wie die drei Fachwerkgebäude Opfer der Flammen werden. " Sie hatten alles so liebevoll saniert ", solche und andere mitfühlenden Worte unterbrechen immer wieder das Schweigen.

Das Geschehen lässt sich kaum in Worte fassen. " Es ist einfach nur tragisch ", sagt Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann. Er lässt seine Arbeit im Rathaus Arbeit sein und eilt zur Unglücksstelle. Derweil haben Feuerwehr und Polizei die Lage fest im Griff. " Ich bin zuversichtlich, dass wir das Übergreifen der Flammen auf weitere Häuser verhindern ", schätzt Ingo Gericke ein. Gemeinsam mit Torsten Breiting teilt sich der Schmatzfelder die Einsatzleitung. Die Feuerwehrexperten sprechen von einem extrem schwierigen Einsatz. Enge, überbaute Höfe und eine Witterung, die ein schnelles Ausbreiten des Brandes in dem Gebäudekomplex Burgstraße 53 / 55 noch fördert. " Es ist frostig kalt, windstill – wie im Kamin fressen sich Flammen und heißer Rauch hoch bis in den Dachstuhl ", erläutert Gericke. Eine Tasse Tee wird ihm von einer Frau gereicht. Sie und andere Anwohner haben spontan die Versorgung mit Heißem organisiert. Dankend nehmen die Kameraden an, sie leiden ebenso unter der klirrenden Kälte.

Quelle: Volksstimme

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