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Waldbrand
und Bürofeuer Harzer waren wieder mal in Groß Kühnau
im Einsatz.
Von Claudia Stenschke, André Hohnstein und Henning Arndt;
[Feuerwehrkurier LK Wernigerode]
Am 22. September gegen 17 Uhr wunderten sich viele Einwohner im Landkreis,
weil die Sirenen ihrer Orte heulten. Es gab aber keinen Brand, es war
eine Übung, eine Großübung. Der Befehl lautete: ,,Einsatz
für die Kreisfeuerwehrbereitschaft!
Blitzschnell eilen daraufhin die ehrenamtlichen Brand.schützer zu
den Gerätehäusern und dann zum Sammelpunkt im Blankenburger
Gewerbegebiet Lerchenbreite. Bereits gegen 18 Uhr ist die
gesamte Kreisfeuerwehrbereitschaft Wernigerode abmarschfertig. 22 Fahrzeuge
und 104 Kameradinnen und Kameraden setzen sich in Bewegung ...
Was ist eigentlich die Feuerwehrbereitschaft?
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft ist ein so genannter Verband und besteht
aus drei Zügen mit verschiedenen Aufgaben. Der 1. Zug widmet sich
dem Brandschutz und der technischen Hilfeleistung. Der 2. Zug nimmt ebenfalls
Brandschutzaufgaben wahr und kümmert sich um die Wasserversorgung.
Der 3. Zug schließlich übernimmt Ergänzungsaufgaben in
der technischen Hilfeleistung, kommt bei Chemieunfällen zum Einsatz
und übernimmt die Logistik bei großen Schäden.
In den einzelnen Zügen befinden sich Feuerwehrfahrzeuge aus verschiedenen
Orten. Wobei immer die Brandschützer und Feuerwehrfahrzeuge eines
jeweiligen Ortes auch den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz für
diesen Ort übernehmen.
Mit Blaulicht und Martinshorn fahren die 22 Fahrzeuge an jenem 22. September
über Halberstadt und Egeln bis zum Biwak-Platz in Groß
Kühnau bei Dessau. Dorthin hat die Kreisfeuerwehrbereitschaft Wernigerode
eine besondere Beziehung. Denn vor vier Jahren war Groß Kühnau
das Einsatzgebiet der Harzer bei der Hilfe gegen das Elbehochwasser. Seit
dieser Zeit pflegen die Kameraden dort und hier eine Freundschaft. Sie
umfasst auch die Nutzung eines Areals für spezielle Übungen
bei Groß Kühnau.
Gegen 21.30 Uhr kommen die Harzer im Freibad des Ortes an. Eine kleine
Zeltstadt wird errichtet, während der 1. Zug schon seine erste Ausbildung
absolviert.
Ein Flugzeug drohte notzulanden
Die Situation:
Ein Flugzeug es handelte sich hierbei um das Auto des
Kreisbrandmeisters Kai-Uwe Lohse droht Not zu landen. Aufgabe der
Wehr ist es nun, die Notlandebahn auszuleuchten und eine Brandbekämpfung
nach der Notlandung abzusichern. Es gelingt. Nach dieser Ausbildung wird
der Verband vom Groß Kühnauer Bürgermeister, Herrn König,
herzlich empfangen. So klingt der erste Tag aus.
Am nächsten Morgen geht gleich nach dem Frühstück die Fahrt
hinaus in die Ortschaft Sollnitz unweit von Groß Kühnau. Der
Auftrag hier lautet: Waldbrandbekämpfung!
Nachdem sich die drei Züge formiert haben, werden sie in ihre Aufgabengebiete
eingeteilt. Sie beginnen, eine Wasserversorgung aufzubauen. Viele Schläuche
werden verlegt. Binnen weniger Minuten steht eine so genannte Wassergasse
von cirka 300 Metern Länge. Wasser wird aus einem nahegelegenen See
entnommen. Die Kameraden können den Waldbrand bekämpfen.
Nachdem auch dieser Einsatzauftrag erfüllt ist, kommt der Befehl
zum Abmarsch. Doch so schnell soll der Einsatz dann doch nicht vorüber
sein. Zwei Feuerwehrfahrzeuge müssen aus dem Sand gezogen werden.
Dies ist eine Einsatzübung für die beiden Rüstwagen des
Landkreises. Sie wird von den Teams gemeistert. So geht es dann doch zum
Mittagessen, für alle zubereitet von der Blankenburger Kochcrew.
Dann Weiterfahrt nach Dessau, von wo der Brand eines Bürokomplexes
mit vermissten Personen gemeldet wird.
Elf Vermisste sind zu suchen und zu retten
Am Einsatzort angekommen, rüsten sich die Kameraden des 2. Zuges
mit Atemschutzgeräten aus, um als erstes die elf Vermissten zu finden
und zu retten. Zeitgleich muss der Brand bekämpft werden. Nach und
nach kommen die Personen aus dem Gebäude, wird der Brand im Gelände
und im Gebäude gelöscht.
Der einsatzreiche Tag wird zum Abend mit einem kleinen Grillfest abgeschlossen.
Viele Kameradinnen und Kameraden folgen auch der Einladung des Groß
Kühnauer Bürgermeisters und besuchen das Erntedankfest im Ort.
Am Morgen des 24. September ist Abmarsch.
Der Verband aus dem Harz verabschiedet sich gegen Mittag lautstark von
den Groß Kühnauern.
Im Heimatlandkreis angekommen, werden alle Fahrzeuge erst einmal betankt,
wodurch die Tankstelle blockiert ist. Dann fahren alle in ihre Heimatorte.
Die Wochenendausbildung 2006 der Kreisfeuerwehrbereitschaft Wernigerode
ist damit beendet.
Mit einem lachendem und einem weinenden Auge blicken manche Kameraden
zurück auf die schönen und lehrreichen Tage. Niemand weiß,
wo es nächstes Jahr zur Wochenendausbildung hingeht.
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