Dreitägige Ausbildung der
Kreisfeuerwehrbereitschaft
|16.10.2006|
   
 

Waldbrand und Bürofeuer – Harzer waren wieder mal in Groß Kühnau im Einsatz.
Von Claudia Stenschke, André Hohnstein und Henning Arndt; [Feuerwehrkurier LK Wernigerode]
Am 22. September gegen 17 Uhr wunderten sich viele Einwohner im Landkreis, weil die Sirenen ihrer Orte heulten. Es gab aber keinen Brand, es war eine Übung, eine Großübung. Der Befehl lautete: ,,Einsatz für die Kreisfeuerwehrbereitschaft!“
Blitzschnell eilen daraufhin die ehrenamtlichen Brand.schützer zu den Gerätehäusern und dann zum Sammelpunkt im Blankenburger Gewerbegebiet „Lerchenbreite“. Bereits gegen 18 Uhr ist die gesamte Kreisfeuerwehrbereitschaft Wernigerode abmarschfertig. 22 Fahrzeuge und 104 Kameradinnen und Kameraden setzen sich in Bewegung ...

Was ist eigentlich die Feuerwehrbereitschaft?
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft ist ein so genannter Verband und besteht aus drei Zügen mit verschiedenen Aufgaben. Der 1. Zug widmet sich dem Brandschutz und der technischen Hilfeleistung. Der 2. Zug nimmt ebenfalls Brandschutzaufgaben wahr und kümmert sich um die Wasserversorgung. Der 3. Zug schließlich übernimmt Ergänzungsaufgaben in der technischen Hilfeleistung, kommt bei Chemieunfällen zum Einsatz und übernimmt die Logistik bei großen Schäden.
In den einzelnen Zügen befinden sich Feuerwehrfahrzeuge aus verschiedenen Orten. Wobei immer die Brandschützer und Feuerwehrfahrzeuge eines jeweiligen Ortes auch den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz für diesen Ort übernehmen.

Mit Blaulicht und Martinshorn fahren die 22 Fahrzeuge an jenem 22. September über Halberstadt und Egeln bis zum „Biwak-Platz“ in Groß Kühnau bei Dessau. Dorthin hat die Kreisfeuerwehrbereitschaft Wernigerode eine besondere Beziehung. Denn vor vier Jahren war Groß Kühnau das Einsatzgebiet der Harzer bei der Hilfe gegen das Elbehochwasser. Seit dieser Zeit pflegen die Kameraden dort und hier eine Freundschaft. Sie umfasst auch die Nutzung eines Areals für spezielle Übungen bei Groß Kühnau.
Gegen 21.30 Uhr kommen die Harzer im Freibad des Ortes an. Eine kleine Zeltstadt wird errichtet, während der 1. Zug schon seine erste Ausbildung absolviert.

Ein „Flugzeug“ drohte notzulanden

Die Situation:
Ein „Flugzeug“ – es handelte sich hierbei um das Auto des Kreisbrandmeisters Kai-Uwe Lohse – droht Not zu landen. Aufgabe der Wehr ist es nun, die Notlandebahn auszuleuchten und eine Brandbekämpfung nach der Notlandung abzusichern. Es gelingt. Nach dieser Ausbildung wird der Verband vom Groß Kühnauer Bürgermeister, Herrn König, herzlich empfangen. So klingt der erste Tag aus.

Am nächsten Morgen geht gleich nach dem Frühstück die Fahrt hinaus in die Ortschaft Sollnitz unweit von Groß Kühnau. Der Auftrag hier lautet: „Waldbrandbekämpfung!“
Nachdem sich die drei Züge formiert haben, werden sie in ihre Aufgabengebiete eingeteilt. Sie beginnen, eine Wasserversorgung aufzubauen. Viele Schläuche werden verlegt. Binnen weniger Minuten steht eine so genannte Wassergasse von cirka 300 Metern Länge. Wasser wird aus einem nahegelegenen See entnommen. Die Kameraden können den „Waldbrand“ bekämpfen.

Nachdem auch dieser Einsatzauftrag erfüllt ist, kommt der Befehl zum Abmarsch. Doch so schnell soll der Einsatz dann doch nicht vorüber sein. Zwei Feuerwehrfahrzeuge müssen aus dem Sand gezogen werden. Dies ist eine Einsatzübung für die beiden Rüstwagen des Landkreises. Sie wird von den Teams gemeistert. So geht es dann doch zum Mittagessen, für alle zubereitet von der Blankenburger „Kochcrew“.
Dann Weiterfahrt nach Dessau, von wo der „Brand eines Bürokomplexes mit vermissten Personen“ gemeldet wird.

„Elf „Vermisste“ sind zu suchen und zu retten

Am Einsatzort angekommen, rüsten sich die Kameraden des 2. Zuges mit Atemschutzgeräten aus, um als erstes die elf Vermissten zu finden und zu retten. Zeitgleich muss der Brand bekämpft werden. Nach und nach kommen die Personen aus dem Gebäude, wird der Brand im Gelände und im Gebäude gelöscht.
Der einsatzreiche Tag wird zum Abend mit einem kleinen Grillfest abgeschlossen. Viele Kameradinnen und Kameraden folgen auch der Einladung des Groß Kühnauer Bürgermeisters und besuchen das Erntedankfest im Ort.

Am Morgen des 24. September ist Abmarsch.

Der Verband aus dem Harz verabschiedet sich gegen Mittag lautstark von den Groß Kühnauern.
Im Heimatlandkreis angekommen, werden alle Fahrzeuge erst einmal betankt, wodurch die Tankstelle blockiert ist. Dann fahren alle in ihre Heimatorte. Die Wochenendausbildung 2006 der Kreisfeuerwehrbereitschaft Wernigerode ist damit beendet.
Mit einem lachendem und einem weinenden Auge blicken manche Kameraden zurück auf die schönen und lehrreichen Tage. Niemand weiß, wo es nächstes Jahr zur Wochenendausbildung hingeht.

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