16. Jahrhundert | 17. Jahrhundert | 18. Jahrhundert | 19. Jahrhundert | Die Gründung der FF Blankenburg | 20. Jahrhundert |
Die Blankenburger FW 1929 | 1945 Der Neubeginn | ab 1951

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16. Jahrhundert (nach oben)
Bis zu dem unglücklichem Schlossbrand vom 19. November 1546 läßt sich die Abwehr und die Bekämpfung von Bränden in unserer Stadt zurückverfolgen.
In den Verzeichnissen jener Zeit erscheinen Feuerherren unter den Ratsmitgliedern und im Inventar der alten Schuhmachergilde; gab es noch bis in das 19. Jahrhundert hinein einen Feuereimerbock, der die Jahreszahl 1540 trug, da jeder Jungmeister der Schuhmachergilde zu seinem Meisterstück einen ledernen Feuereimer zu fertigen und für das Rathaus zu stiften hatte (bis1837).
Einige Feuerleitern, welche nach Anweisung der Feuerherren das Zimmererhandwerk zu bedienen hatte, einige Feuerhaken, welche die Maurer zum demolieren brauchten und die vorhandenen Feuereimer, die in langer Kette von Hand zu Hand vom nächsten Brunnen oder den Sturmfässern gefüllt zur Flamme geführt und dort entleert wurden dies wird wohl damals die ganze Abwehr gewesen sein. Etwas später werden hölzerne und metallene Handspritzen erwähnt.


 

17. Jahrhundert (nach oben)
Recht hilflos war man auch bei dem Bombardement durch Tilly im Jahre 1626, die Stadt hat danach noch Jahre im Brandschutt weitergelebt.
Die älteste Feuerordnung, welche noch bis ins 19. Jahrhundert Gültigkeit für die Stadt und die Grafschaft Blankenburg hatte, erließ Herzog August am 18. Oktober 1651.
Abgesehen von den feuerpolizeilichen Vorschriften dieser Verordnung scheint dieselbe auch für den Feuerschutz ein Rahmenschutzgesetz enthalten zu haben, innerhalb deren die Bürgerschaft zur Feuerhilfe aufgerufen werden konnte.
Träger der Feuerhilfe waren hauptsächlich die Innungen. Den Innungen stand, als Gegenwert für die bei Ausübung des Gemeinschutzes geforderten Leistungen, vom Amte Blankenburg Amtsgehalt, Korn und Geld zu, welches in der Regel zur Verteilung kam.
Als nun die Anschaffung und Unterhaltung einer Feuerspritze den Gilden zur Pflicht gemacht wurde, wies der Rat der Stadt auf einen Regierungsbeschluß hin, nach welchem die Innungen angewiesen wurden Amtsgehalt, Korn und Geld, anzusammeln und zu den angesammelten Vorräten die Umlagen zur Anschaffung einer neuen Gildespritze an Stelle einer abgängigen alten Gildespritze zu bezahlen.


  18. Jahrhundert (nach oben)
Im Jahre 1712 wurde durch eine Verfügung Herzog Ludwig Rudolf in der Grafschaft Blankenburg eine Feuerkasse gebildet. Trotz der geldknappen Zeiten wurde dies dadurch ermöglicht, dass ein Teil der allsonntäglichen, in den Kirchen der Grafschaft einkommenden Beträge des Klingelbeutels, nach Blankenburg abgeführt werden mussten.
Aus dieser Feuerkasse wurde Unterstützung für abgebrannte Bürger gezahlt, Beihilfen zur Beseitigung der feuergefährlichen Strohdächer gewährt oder eine im Rathaus stationierte Feuerspritze, die so genannte Landschaftsspritze, welche bei auswärtigen Bränden Hilfe leistete und später Landspritze genannt wurde, unterhalten.

Im Inventar der städtischen Feuerlöscheinrichtungen vom Jahre 1723 wurden bereits:
*       5 Feuerspritzen
*       die Gildespritze
*       die Landschaftsspritze
*       die Ratsspritze
*       die tragbare Faktoreispritze
*       20 Handspritzen die zu den an den Straßen aufgestellten Sturmfässern gehörten
    
genannt.

Aus einem Vertrag mit Kupferschmiedemeister Stolte aus Blankenburg im Jahre 1874 geht hervor, dass eine zu bauende Spritze in der Minute 450 Liter Wasser über 40 Meter Entfernung liefern muss und von 20 Mann bedient wurde. Der vereinbarte Preis betrug 600 Taler.
Die älteste Gildespritze, welche 1723 jedoch als abgängig bezeichnet wird, hatte der Glockengießer Christoph Nicolaus Karsten aus Halberstadt gebaut. Sie wurde 1723 für die neue Spritze in Zahlung gegeben diese neue Spritze kostete noch 281 Taler.
Von den 14 Innungen bezahlte die reiche Brauereigilde 100 Taler, die ärmere Töpfergilde nur 2 Taler. Aus jener Zeit ist überliefert das, im Jahre 1703 die Wirtschaftsgebäude des Schlosses, 1727 die Mühle am Wasserstollen, 1757 die Wirtschaftsgebäude der westlichen Mark von der Stadtpfarre bis herum zum Yorkschen Brauhause, abbrannten und 1788 in der Wohnung der Gräfin von Florencourt im Schlosse ein Brand ausgebrochen war, bei dem beide Schloßspritzen und die Landschaftsspritze unbrauchbar wurden.
Auch nach außerhalb wurde oft Hilfe geleistet, so 1724 als Elbingerode ganz abbrannte, ferner sind zu dem großen Brande von Wernigerode am 29./30. Juni, 1. Juli 1751 der Kämmerer Dingelstedt und Feuerherr Apotheker Schiller mit 4 Rottmeistern, 70 Bürgern, 8 Pferden und 2 Spritzen zu Hilfe geeilt.
Auch nach Heimburg, Timmenrode, Hasselfelde und Stiege ist bei den großen Bränden im 18. Jahrhundert sofort Hilfe geleistet worden. Im Großen und Ganzen ist das 18. Jahrhundert für die Stadt Blankenburg gnädig verlaufen und über die Feuergeräteschaften klagen die Feuerherren, dass sie verrosten und vertrocknen.
1762 musste die alte Gildespritze durch eine neue ersetzt werden. Bestellt wurde sie bei Christoph Spatz in Halberstadt unter Zurücknahme der alten Spritze und einem Betrag von 191 Talern. Ein Drittel der Kosten übernahm die Feuerkasse und auf die 14 Innungen der Stadt wurden noch 103 Taler umgelegt. Diese Spritze, 1762 angeschafft, hat noch bis 1874 ihren Dienst getan (112 Jahre).
Den Kaufleuten, welche sich 1771 zu einer Innung zusammengeschlossen hatten, wurde die Anschaffung und Unterhaltung einer Spritze zur Pflicht gemacht und die Ratsspritze ließ die Regierung auf Ihre Kosten wieder herstellen.
Diesen Bestand an Feuerlöschgerätschaften führen die Verzeichnisse und Berichte von 1780 bis 1823 auf.


 

19. Jahrhundert (nach oben)
Im Jahre 1823 erklärten die Feuerherren Timpe und Wegener, dass die Ratsspritze nicht mehr brauchbar sei und es wurde seitens der Stadtverwaltung die Anschaffung einer neuen Spritze beschlossen. Die Verhandlungen verzögerten sich indessen noch bis zum großen Brande 1836 und als dabei noch eine städtische Spritze verbrannte, mussten gleich zwei Spritzen gekauft werden.
Diese sind dann auch bei dem Lieferanten der Schlossspritze Johann Hinrich Wilke in Braunschweig bestellt und auch bald geliefert wurden, der Preis pro Spritze betrug 484 Taler.
Bereits 1850 regte der Kaufmann Trumpf vor dem Bürgerverein die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr an und spendete der Stadt eine kleine Abprotzspritze.
1858 wurde bei der Firma Jauck in Leipzig eine Spritze mit Saugwerk bestellt und am 5. Juli 1859 nach Blankenburg geliefert.
Die Bedienung der Gerätschaften stand vor 1806 den Körperschaften zu, welche zur Unterhaltung der Spritzen verpflichtet waren.
Die Landschaftsspritze wurde beim Ausrücken über Land von 30 Bürgern, welche von den Feuerherren der Reihe nach zugestellt und polizeiseitig alarmiert wurden, bedient.
Die Ratsspritze bedienten die Angestellten der Stadt. Zur Bedienung der Kaufmannsspritze hatte die Kaufmannsgilde eigens 18 Handarbeiter angenommen, welche von Fall zu Fall entlohnt wurden und außerdem blaue Kittel erhielten.
Auch die Domänenspritze, welche durch die Amtshelfer, die Faktoreispritze durch hier wohnende Hüttenarbeiter und die Schloßspritze, auf denen die dienstfreien Mannschaften der Garnison einexerziert waren, gehörten mit in den Verein des Feuerlöschverbandes, der von höchster Stelle, vom Regierungsrat, welchem auch das Polizeiwesen unterstellt war, geleitet wurde.
Diese fest gefügte Organisation fiel mit der Verlegung der Regierung nach Braunschweig und der Umwandlung der Fürstentümer zu einem Landkreis Braunschweig zusammen
und wo die Leitung derselben nicht mehr vorhanden war, herrschte da auch durch die neue Städteordnung das Institut der Feuerherren, aufgelöst war bei ausbrechendem Feuer zwar die alte Ordnung, aber zuweilen auch große Ratlosigkeit.
Die fürstliche Regierung hatte bis1830 die notwendigen Anordnungen getroffen und die Gemeinden gezwungen, diese Anordnungen durchzuführen (zum Beispiel musste die Brauereigilde die Röhrenleitungen in Ordnung halten und selbst der Rat der Stadt, der immer keine Mittel für das Feuerlöschwesen hatte, wurde gezwungen, große Wasserbassins an Straßen aufzustellen und das Feuerlöschwesen hochzuhalten).
Als nach der Braunschweiger Revolution vom 7. September 1830 das Staatswesen umgestellt wurde, drang auch in Braunschweig, durch den schrecklichen Schlossbrand genötigt, die Erkenntnis auf Verbesserung des noch auf mittelalterlichen Grundsätzen aufgebauten Feuerhilfswesen durch.
Da in Braunschweig im Jahre 1831 die Bürgerwehr aufgelöst wurde, hatte sich aus den Resten derselben ein Lösch- und Rettungsverein gebildet.
Dieser Vorgang fand auch in unserem Blankenburg Nachahmung und bereits am 16. Dezember 1831 erließ die Stadtverwaltung eine Aufforderung an die Bürgerschaft, einem Lösch- und Rettungsverein beizutreten, der nichts bezwecke als die Hilfe und Rettung, des bedrängten Nebenmenschen in seiner Gefahr, zu leisten.
Dieser Aufruf, der an erster Stelle vom Bürgermeister und den Stadtverantwortlichen unterschrieben wurde, kam mit 190 Unterschriften Blankenburger Bürger , vom größten Beamten bis zum kleinen Handwerker, zurück und am 9. März 1832 wurde von der Versammlung der Stadtverantwortlichen der Entwurf der Satzungen des zu erreichenden Lösch und Rettungsvereins vorgelegt und die Schritte zur Einholung der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden unternommen.

Dem Entwurf nach war die Stadt in 4 Feuerlöschbezirke eingeteilt, deren jedem ein Feuerlöschkommissar vorstand und die Mitglieder zum Retten und Löschen den einzelnen Abteilungen zugeteilt. Der Oberhauptmann von Boetticher stand der Sache positiv gegenüber und es fanden Beratungen mit den Bürgern, welche sich freiwillig gemeldet hatten, noch im Laufe des Jahres 1832 statt.
Man wollte nicht nur Feuer löschen, sondern auch Feuer verhüten und so wurde, da die älteren Feuerordnungen von 1657 und 1723 nicht mehr Zeitgemäß waren, der Entwurf einer neuen Feuerordnung der Stadt Blankenburg und ein Reglement für den Lösch- und Rettungsverein zur Kreisdirektion eingereicht. Diese sandte die Entwürfe dann mit Abänderungswünschen zurück.
Es wurde einiger Paragraphen halber hin und her verhandelt und selbst die Ratlosigkeit, die bei einem Ausbruch eines Großbrandes in der Marktstrasse herrschte, brachte die Reform des Feuerlöschwesens nicht weiter voran.
Ein neuer Entwurf gelangte dann am 24. September 1836 endlich an die Kreisdirektion, inzwischen hatte ein weiteres Brandunglück in der Nacht vom 27.zum 28. August die Katharinenkirche, die Stadtschäferei und sämtliche Häuser an der Nordseite der Langen Strasse, die Südseite der Katharienstrasse und von der Tränkestrasse bis zum Lühnertor in Schutt und Asche gelegt.
So kam es am 14. Dezember 1836 nach 5 Jahren zur Aufforderung zum freiwilligen Beitritt in einen freiwilligen Rettungsverein. Für die drei Bezirke der Innenstadt wurden die Herren Horn, Henneberg und von Bülow zu Feuerlöschkommissaren durch die städtische Polizeibehörde ernannt. Der vierte Bezirk war das Kloster Michaelstein. Diese Feuerlöschkommissare nebst Stellvertreter wurden bald darauf von Kreisdirektor Boetticher und unter dem Namen Lösch- und Rettungsverein bestätigt.
Aus der Gesamtheit der zur Feuerhilfe verpflichteten Bürger hatte sich aus freiwilligen ein Rettungsverein herausgebildet, der aus 54 Bürgern bestand, die sich bei ausbrechendem Feuer mit der Rettung von Wertsachen, beweglichem Hausrat und Vorräten befasste und auch die Polizei unterstützte, die die dazu bestimmten Rettungsplätze (Domänenhof für Vieh und Faktoreihof für Mobiliar) besetzte und bewachte. Ebenfalls wurde diese Abteilung durch vorher bestimmte Mitglieder die drei Stadttore besetzt, um zu verhindern, dass Gegenstände aus der Stadt geschleppt wurden. Der Rettungsverein trug weiße Armbinden und war mit Rettungskörben, Säcken, Laternen, Möbeltragen, Karren und Handwagen ausgerüstet.
Der Löschverein, welcher den Brand zu bekämpfen hatte, war in seiner Grundausstattung Spritzenweise organisiert. Die vorhandenen Spritzen waren schwere Geräte, die mit Wasser gefüllt werden mussten, damit der Spritzenmeister die Brandbekämpfung aufnehmen konnte. Jede Spritze hatte einen Schlauch von 20 Ellen Länge. An ein Normalgewinde war zu jener Zeit noch nicht zu denken, der Schlauch der einen Spritze passte nicht zur Anderen. Die Spritze, welche von Pferden dazu bestimmter Fuhrherren bei Feueralarm zur Brandstätte gefahren wurde, ließen sich schwer bewegen und das füllen mit den Eimern nahm viel Zeit in Anspruch. Sie Sturmfässer, welche auf Schlitten oder Holzrädern zur Spritze gefahren wurden, waren bei der Ankunft meist nur noch halb voll. Inzwischen waren die Teichzieher zum Sägemühlen- und Schlossteich gelaufen und hatten die Wehre geöffnet. Die Müller mussten das Mahlen einstellen und das Wasser an die Stadt abgeben. Durch zustellen der Wasserkanäle und anstauen des Mühlbaches sollte das Wasser so nahe wie möglich an die Brandstelle herangeführt werden. Bei so einem Feuer waren bis zu 80 Pferde von 22 Pferdehaltern im Einsatz.
Im Jahre 1844 waren in Blankenburg 367 Personen zur Feuerhilfe verpflichtet und in Sektionen aufgeteilt. Daraus ist zu ersehen, was in damaliger Zeit zu einer Brandbekämpfung an Mensch und Material nötig war. Seit 1848, als der Lösch- und Rettungsverein neu organisiert wurde, trugen sämtliche Spritzenmannschaften rote Mützen, die Wassermannschaft gelbe Mützen mit dem Abzeichen der Spritzen. Zweimal im Jahr fanden Spritzenproben an der Tränke statt. Zu erwähnen ist noch, das Blankenburg im Jahre 1850 etwa 3300 Einwohner zählte.
Die Ursachen der vielen Brände in Blankenburg, die sich zwischen 1830 und 1874 ereigneten, sind immer unklar geblieben. Man erzählte sich allerlei Vermutungen, aber dabei ist es geblieben.
Als nun im laufe der Jahre die Errichtung von Freiwilligen Feuerwehren Fortschritte machte und namentlich die Turnvereine, Träger dieses Gedanken waren, entstanden auch in den Nachbarstädten Freiwillige Feuerwehren. Das tatkräftige Eingreifen der Braunschweiger und Wolfenbüttler Turnerfeuerwehr beim großen Schlossbrand in Braunschweig im März 1865 hatte klargelegt, das die Errichtung von Freiwilligen Feuerwehren ein Fortschritt im Feuerlöschwesen bedeutete.


 

Die Gründung der freiwilligen Feuerwehr Blankenburg (nach oben)
Auch in Blankenburg hatte der im Mai 1864 gegründete Männerturnverein am 2. September 1864 beschlossen, ein Gesuch an den Stadtmagistrat zu richten, das den Mitgliedern erlaubt werden möge, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen und 81 Mitglieder stellten sich dafür dem Magistrat zur Verfügung. Der Magistrat erbat darauf umgehend eine Vorlegung des Organisationsplanes für die Feuerwehr und um Vorschläge, dass dem Lösch- und Rettungsverein nicht zu viel Kräfte und Mittel entzogen würden. Das Projekt scheiterte an der Finanzierung und der Unentschlossenheit der Stadtväter.
Erst drei Jahre später gründete Major Lentze, ein Freund des ersten Berliner Branddirektors, in Wernigerode eine Freiwillige Feuerwehr. Die Mitglieder derselben kamen bei einem Ausflug nach dem Regenstein 1867 mit den Blankenburger Turnern in Kontakt und im Herbst des Jahres kam ein Zug der Wernigeröder Wehr nach Blankenburg und führte am Hotel "Zur Krone" eine Übung durch. Die Blankenburger Turner traten dazu mit den Saugspritzen des Löschvereins an. Auch 1868 gab es weitere Treffen der Wernigeröder Feuerwehr und den Blankenburger Turnern. Ein Herr Gustav Adolf Leibrock war zu diesem Zeitpunkt einer der eifrigsten Verfechter und Initiator für die Gründung einer Feuerwehr. 1868 bildete sich eine Kommission die sich die Gründung einer Feuerwehr und deren mögliche Finanzierung zur Aufgabe machte. Um die Notwendigkeit einer Feuerwehr darzustellen wurde in der Folgezeit immer wieder zum Besuch bei Übungen der Wernigeröder Feuerwehr eingeladen. Diese Vorgänge bildeten den Auftakt, dass sich eine aus 2 Zügen bestehende freiwillige Feuerwehr bildete, für die die Stadt Blankenburg eine Abprotzspritze und Drelljacken zur Verfügung stellte.
Im Frühjahr 1870 nahm diese "Freiwillige Feuerwehr" unter ihrem ersten Führer, dem Schmiedemeister Oehme, in einer Stärke von 47 Mann ihre Tätigkeit auf. Es wurden ab diesem Zeitpunkt regelmäßig Übungen und Versammlungen abgehalten. Als im Jahre 1870 die alten Röhrenleitungen der Brauergilde und die so genannten Amtsleitungen gänzlich verfallen waren und es den städtischen Röhrenbohrherrn nicht mehr möglich war, dieselben in Ordnung zu halten, wurde aus dem kleinen Schöttal eine Quellwasserleitung zur Stadt gelegt, die Jahr um Jahr erweitert wurde. In diese Wasserleitung durch die Stadt wurden auch Unterflurhydranten eingebaut.
Während des Bestehens der freiwilligen Feuerwehr neben dem Lösch- und Rettungsverein hatten Sie die Theaterwachen bei Vorstellungen im herzoglichen Schlosse gestellt und löschten Brände in Blankenburg, Hüttenrode und Börnecke. Sie bildete den Alarmzug der großen Städtischen Feuerlöschanstalt.
Im Jahre 1874 wurde in Blankenburg nach Beschluss des braunschweigschen Brandschutzgesetzes vom 2. April 1874 die "Einexerzierte Freiwillige Feuerwehr" gegründet und mit 134 Mitgliedern registriert. Die bestehende freiwillige Feuerwehr trat der neuen einexerzierten bei.
Der damalige Hauptmann war Rudolf Lohns. Die gesamte Ausrüstung wurde auf den vorschriftsmäßigen Stand gebracht. Sämtliche Schläuche wurden mit dem Metzschen Normalgewinde versehen. Diese damalige Neuorganisation kostete 2275 Taler für die Stadt und 1800 Taler kamen vom Land dazu. Die Tachmützen wurden abgeschafft und Lederhelme gekauft. Im Frühjahr 1875 wurden die ersten 4 Zugführer, der Oberspritzenmeister und Kupferschmiedemeister Stolte sowie 16 Spritzenmeister für ihre Tätigkeit ausgebildet. Es hat im Laufe der Jahre immer wieder gebrannt, in der Langen Strasse, der Katharienstrasse, Marktstrasse, Badegasse, und Vincentstrasse.
1879 war in der Pfingstnacht ein Großbrand in der Harzstrasse, wobei 3 Häuser niederbrannten.


Freiwillige Feuerwehr Blankenburg um 1890


 

20. Jahrhundert (nach oben)
Ein Großfeuer im Jahre 1909 beschädigte das damalige Hotel Fürstenhof, welches wieder aufgebaut wurde, bis am 24. April 1911 durch einen weiteren Großbrand das Objekt total niederbrannte. Der Gesamtschaden betrug 83.827 Goldmark. Nach dieser Brandkatastrophe wurde der Fürstenhof erneut aufgebaut und besteht heute noch als Kurhotel.
Nach vielen anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten erhielt die Feuerwehr im November 1927 aus Döbeln einen mobilen Mannschaftswagen. Es war ein 40 PS "Horch".


 

Die Blankenburger Feuerwehr 1929 (nach oben)

 
 

Der Vorstand
     
 

Mannschafts- u. Gerätewagen 1. Bereitschaft

Kreismotorspritze
     
 

1. Zug

2. Zug
     
 

3. Zug

4. Zug
     
 

5. Zug

Hydrantenzug
     
 

Steigerzug mit Gerätewagen

Steigerzug mit mechanische Leiter
     
  Zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft wurde im Jahr 1935 eine Patent- Zweiradleiter für die Feuerwehr gekauft. Die Steighöhe beträgt 18 Meter. Diese Leiter befindet sich noch heute im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg. Der damalige Kaufpreis betrug 2.977,00 Mark.
   
 
   
 
 
schweres Löschgruppenfahrzeug der Blankenburger Feuerlöschpolizei Büssing NAG 1936

  Im Dezember 1938 erhielt die Feuerwehr ein LF 15 Opel Blitz Mannschafts- und Gerätewagen. Dieses Fahrzeug war mit einer Fischer- Kraftspritze ausgerüstet und hatte eine hohe Leistungsfähigkeit. Diese gesamte Technik wurde von Görlitz geliefert. Nun war die Feuerwehr in der Lage, schnell am Brandort zu erscheinen und erfolgreich die Brandbekämpfung aufzunehmen.
Schon im 1943 wurde eine Kleinmotorspritze des gleichen Typs erstanden und behelfsmäßig in einem Auto untergebracht.
Außerdem stand der Stadt Blankenburg in Notfällen noch die Kreismotorspritze zur Verfügung. diese war allerdings erstrangig für die Bekämpfung von Bränden im Kreisgebiet vorgesehen.
Während der Zeit des Faschismus trat eine Umorganisation im Feuerwehrwesen ein. So musste die Blankenburger Feuerwehr nicht nur im Kreisgebiet tätig werden, sondern hatten auch in Derenburg Löschdienste durchzuführen. In den alten Akten sind sehr viele kleine Brände verzeichnet, die meisten wurden nach kurzer Einsatzzeit erfolgreich bekämpft. Mit Bildung des Kreises wurden die Wehren der umliegenden Gemeinden in ein System zur Bekämpfung von Großbränden zusammengefasst.
Am 18. Januar 1942 brannte in Wendefurt die Gastwirtschaft Graßhof ab. Mit der städtischen Motorspritze und der Kreismotorspritze wurde vergebens versucht, das Feuer zu bekämpfen. Es entstand Totalschaden.
Wenige Tage später, am 24. Januar 1942, wurde die Wehr um 03.30 Uhr alarmiert. Es brannte das Körnersche Grundstück. Zur Bekämpfung wurden 8 C- Leitungen eingesetzt, die mechanische Leiter und Hakenleitern. Um 12.00 Uhr konnte die Wehr bis auf die Brandwache zurückgezogen werden. Es herrschte in dieser Nacht grimmige Kälte.
In der weiteren Entwicklung des Krieges musste die Blankenburger Feuerwehr auch nach Thale zum Einsatz fahren. Eine weitere Verschärfung des Krieges machte es notwendig Maßnahmen für Großangriffe und Luftschutz zu erlassen.
Von Juli bis Oktober waren Einsatzkräfte der Feuerwehr Blankenburg in Hannover zur Brandbekämpfung eingesetzt.
Auch zu den Angriffen auf Braunschweig wurden die auswärtigen Freiwilligen Feuerwehrbereitschaften hinzugezogen. So beim Brand der Stadt Braunschweig am 15. Oktober 1944 wurden 25 Freiwillige Feuerwehrbereitschaften aus den Landkreisen Braunschweig, Wolfenbüttel, Helmstedt und Blankenburg eingesetzt.
Das Finale der Angriffe traf Blankenburg am 20.04.1945 vormittags 10.00 Uhr mit dem letzten Bombardement auf braunschweigsches Gebiet. 56 Häuser der Innenstadt wurden zerstört. An nachbarliche Hilfe war angesichts der Kampfhandlungen nicht zu denken. Die Blankenburger Feuerwehr war auf sich allein angewiesen.
Mit Brandmunition wurden die Häuser beschossen und es entstand ein Großbrand, der den schönsten Teil unserer Stadt sinnlos vernichtete.
Es ist der gesamte Bereich um den Lühnertorplatz herum. Um ein Übergreifen des Feuers auf die Lange Strasse zu unterbinden wurde ein Grundstück herausgesprengt. Die Löschwasserversorgung war nicht in Ordnung und die Feuerwehr rückte wegen der Fliegerangriffe nicht aus. Einige Stunden danach rückten amerikanische Panzer in die Stadt ein.
Nach dem Brand von 1836 war dies der schwärzeste Tag in der Geschichte von Blankenburg.

 
1945 - Der Neubeginn (nach oben)
Die Blankenburger Feuerwehr hatte nach 1945 vier Löschfahrzeuge im Bestand.
Der Wiederaufbau der Wehr und die Gewinnung von Kameraden waren mit großen Schwierigkeiten verbunden.
Im Jahr 1949, wir sind inzwischen sowjetische Besatzungszone, feiern die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr das 75 jähriges Bestehen
mit einem Festumzug durch die zerstörte Innenstadt von Blankenburg.
Als der damalige Kreis Blankenburg, im Sommer 1950 aufgelöst und wir dem Landkreis Quedlinburg angegliedert wurden,
holte die Feuerwehr aus Quedlinburg das beste vorhandene Fahrzeug aus dem Gerätehaus in der Harzstrasse ab.
Es war ein LF 25 Klöckner Diesel.
Damit fing die erste Schwächung der Einsatzbereitschaft an.

  (nach oben)
1951 entstand in einem von Umsiedlern neu gegründetem, holzverarbeitendem Betrieb, ein Großbrand. Trotz aufopferungsvollem Einsatz der Kameraden brannte das Gebäude auf dem Kasernengelände völlig nieder.

1952, wir sind inzwischen dem Landkreis Wernigerode angegliedert, wurde aus dem Gerätehaus das LF 15 (das so genannte Fischerlöschfahrzeug) OPEL Blitz
abverfügt und an Ilsenburg vergeben. So griff jede Kreisverwaltung in die technische Substanz der damals sehr gut ausgerüsteten Feuerwehr Blankenburg ein. Ein Tiefstand wurde erreicht!

Im Jahre 1956 beschloss die damalige Volkskammer der DDR das Gesetz zum Schutz vor Brandgefahren. Gleichzeitig wurde die Verordnung über das Brandschutzwesen der Länder außer Kraft gesetzt.

Am 11. Mai 1957 brannte, ausgelöst durch Schweißarbeiten, der Dachstuhl des großen Schlosses ab. Die Brandbekämpfung gestaltete sich äußerst schwierig. Es entstand ein Sachschaden von ca. 250.000 Mark.

Am 28.Januar 1970 verstarb der langjährige Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Paul Hartmann. Eingetreten in die Feuerwehr Blankenburg am 17. September 1921 wurde er 1936 vom Bürgermeister Kämpfert zum Ortsbrandmeister vorgeschlagen. Sein Leben widmete er dem Brandschutz. Kameraden der örtlichen Feuerwehr und der Feuerwehr des FEW stellten die Ehrenwache. Zur Beisetzung erschienen alle Kameraden der örtlichen und betrieblichen Feuerwehren sowie Abordnungen aus dem Kreis und von der Reichsbahndirektion Magdeburg.

Ende der 60er Jahre kam der Gedanke auf, ein neues Gerätehaus zu bauen, war doch das alte Spritzenhaus auf dem Faktoreihof aus dem Jahre 1888 für die neue Technik zu klein geworden. Des Weiteren hatten die Grenztruppen der damaligen DDR das Gelände des Faktoreihofes in Besitz genommen, da war für die Freiwillige Feuerwehr kein Platz mehr und war auch ein nicht allzu gern gesehener Gast auf dem Gelände.

Es kam nach langen Verhandlungen und der Anfertigung eines Projektes zur Bauausführung. Mit Hilfe der Blankenburger Betriebe und des unermüdlichen Arbeitseifers der Kameraden konnte am 26. Juni 1973 der Bürgermeister das neue Gerätehaus übergeben. Für die Feuerwehr erfolgte der Umzug in die Neue Halberstädter Strasse. Die Kosten betrugen ca. 400.000 Mark der DDR.
Ein Schwerpunkt in den gesamten Nachkriegsjahren bestand darin, die fast ständige Unterbesetzung der Feuerwehr mit Nachwuchs zu verstärken.
Obwohl der Rat der Stadt die ortsansässigen Betriebe verpflichtete, Kräfte für die Feuerwehr zu gewinnen, gab es nur geringen Zuwachs. Erfahrene Kameraden leiteten die Arbeitsgemeinschaften "Junge Brandschutzhelfer" um Kinder und Jugendliche aus den Blankenburger Schulen für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern. Es blieben jedoch, bis auf wenige Ausnahmen, die Erfolge aus. So betrug die Sollstärke der Feuerwehr 80 Kameraden. Aktiv waren zeitweise nur 20 Kameraden.
Betriebsfeuerwehren, so auch insbesondere die in unserer Stadt, gaben den örtlichen Feuerwehren eine gute Unterstützung. Bei größeren Bränden, wie der Brand der Mühle Damköhler in der Münze 1968, dem Dachstuhlbrand 1970 im Roh 6a und vielen anderen mehr, leisteten sie tatkräftige Hilfe zum Wohle der Stadt.
An dieser Stelle einmal ein Danke an die Feuerwehren des FEW, der Harzer Werke, des MLK, KLF und der ESPA. Sie handelten wie es sich für Feuerwehrleute gehört nach dem Motto: " Einer für Alle - Alle für Einen".

Im Jahre 1974 feierten die Kameraden das 100 jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Blankenburg. Obwohl es schon 1868 eine freiwillige Feuerwehr in der Stadt gab, wird das Gründungsjahr 1874 angenommen, da auf Grund des braunschweigschen Brandschutzgesetzes vom 2. April 1874 die Städte aufgefordert wurden, Freiwillige einexerzierte Feuerwehren zu gründen, so auch in unserer Stadt.

Die 100 Jahrfeiern endeten mit einem Festumzug mit alter und neuer Technik durch die Innenstadt von Blankenburg.
In den darauf folgenden Jahren entstanden in und um Blankenburg zum Teil größere Brände, so zum Beispiel: am 8. August 1973 der Kirchturm in Hüttenrode, am 10.Februar 1984 die Turnhalle der August- Bebel Schule, am 17. Mai 1985 der Dachstuhl in der Kreuzstrasse 26, sowie am 14. Februar 1987 das Wohnhaus in der Knorrenbergstrasse.

Im Herbst 1989 kam es zu gravierenden politischen Veränderungen, die auch an den Kameraden der Feuerwehr nicht spurlos vorübergingen. Nach dem Regierungswechsel, erzwungen von der Bevölkerung der DDR durch Demonstrationen und Kundgebungen, auch Kameraden der Feuerwehr waren dabei, kam es zur Öffnung der Westgrenze und zum Fall der Berliner Mauer. Das war die Wende.
Die ehemalige DDR wurde Bestandteil der Bundesrepublik, es gab wieder ein einheitliches Deutschland.
Schnell wurden alte Verbindungen wieder hergestellt oder neue geschaffen.
Partner-Feuerwehren aus den alten Bundesländern wurden gefunden. Als erste mit der Freiwilligen Feuerwehr Rautheim (Ortsteil von Braunschweig). Es folgten noch Feuerwehren aus Meerbusch, Herdecke, Lauental und Steinlah. Ein reger Austausch von Gedanken und Ideen erfolgte in der darauf folgenden Zeit. Auch praktische und technische Hilfe wurde uns gegeben. So wurde uns von den Kameraden aus Meerbusch eine für uns dringend benötigte Drehleiter, eine DL 18 Baujahr 1964 übergeben.
Ein neuer Abschnitt der Feuerwehren hatte begonnen. Neue Aufgaben mit neuer Technik kamen auf die Kameraden zu. Durch den rapiden Anstieg des Autoverkehrs wurden bei Unfällen im Straßenverkehr höhere Anforderungen an die Kameraden gestellt. So mussten die Kameraden auch an neuen, bisher unbekannten Geräten, geschult und ausgebildet werden. Zum Beispiel die Rettungs- und Bergungsgeräte (Schere und Spreizer). Auch Aufgaben im Umweltschutz kamen hinzu.
Dies alles machte es erforderlich, das Fahrzeuge, Geräte angeschafft sowie auch die dazugehörenden Kräfte in ausreichendem Maße vorhanden, gut ausgebildet und auch einsatzbereit sind.
Die Freiwillige Feuerwehr Blankenburg erhielt neben der DL 18 aus Meerbusch ein LF 16 Mercedes aus Bundesmitteln, ein TLF 16 Mercedes aus Landes-, Landkreis- und Stadthaushalt sowie eine DL 30 (W 50) aus dem Bestand des Landkreises.

Im Dezember 1993 wurde nun die letzte von ehemals 5 Betriebsfeuerwehren der Stadt, die Bahnfeuerwehr des FEW- Blankenburg, aufgelöst. Einige Kameraden dieser Wehr stellten sich der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt als aktive Mitglieder zur Verfügung.

18 ältere Kameraden bildeten zusammen mit den älteren Kameraden der örtlichen Feuerwehr am 8. Februar 1994 die Altersgruppe der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt.
Ebenso wurde die bestehende Partnerschaft der FEW Bahnfeuerwehr mit der Feuerwehr aus Arnum (Hannover) übernommen und weitergeführt.

Vom 6. bis 10. Juli 1994 begingen die Kameraden der Feuerwehr Blankenburg zusammen mit Kameraden aus den Partnerwehren und zahlreichen Gästen ihr 120 jähriges Jubiläum.